Tutorial – Schnittmuster Skalieren (Teil 2)

3groessenWillkommen zum 2. Teil meines Skalierungs-Tutorials. In Teil 1 haben wir uns berechnet, um wie viel Prozent das Schnittmuster verkleinert oder vergrößert werden muss, oder ihr habt dafür den Skalierungsrechner verwendet. Jetzt zeige ich euch, wie genau das geht.

Digitale Schnittmuster

Besonders praktisch sind hier die digitalen Schnittmuster, weil hier der Computer die ganze Skalierungs-Arbeit übernimmt.

Mit dem Drucker (nur verkleinern):
Verkleinern lassen sich digitale Schnittmuster sehr schnell mit Hilfe der Drucheinstellungen. Hier einfach das Schnittmuster entsprechend verkleinert ausdrucken lassen. Ob die Skalierung auch funktioniert hat, kann man feststellen, in dem man das Skalierungsquadrat, was meistens irgendwo auf dem Schnittmuster abgedruckt ist, nachmisst, ob es sich tatsächlich entsprechend verkleinert hat.

Und warum geht es nicht, dass man das Schnittmuster auf diese Weise auch vergrößert?

Geht schon, ABER meistens passt es dann nicht mehr auf eine Seite und man muss sich dann ärgern, wie man es zusammen setzt und ob der Drucker es überhaupt gestückelt ausspuckt. Manchmal können Geräte da sehr verstockt sein…

Mit einem Programm skalieren:
Hat man ein Schnittmuster am Computer erstellt, kann man dem Programm (zum Beispiel Corel Draw oder auch Gimp) die ganze Skalierungsarbeit überlassen. Man lässt das Schnittmuster auf die gewüschnte Größe skalieren und druckt es dann wie gewohnt aus.

Schnittmuster aus Papier

Ja, es gibt sie noch: die klassischen Schnittmuster aus Papier. Bei so einem Schnitt dauert es natürlich etwas länger, ihn zu skalieren, aber es ist auch keine Zauberei.

  • Hilfslinien einzeichen

Zu aller erst werden im Original-Schnittmuster Hilfslinien eingezeichnet.

Man legt das Schnittmuster in ein (gedachtes) Koordinatensystem und zieht durch die wichtigsten Punkte waagerechte UND senkrechte Linien. Wenn man die x- und die y-Achse noch mit dazu nimmt, hat man jetzt also einen Haufen Rechtecke, die mit einem Eck im Nullpunkt des Koordinatensystems stehen und mit der schräg gegenüber liegenden Ecke den Punkt auf dem Schnittmuster markieren.

Diese Rechtecke werden ausgemessen, mit dem ermittelten Faktor multipliziert und im neuen Schnittmuster eingezeichnet.

Und schon hat man alle wichtigen Punkte korrekt skaliert eingetragen. Sie müssen nur noch verbunden werden.

  • Geraden sklalieren

Hier Da ja schon alle wichtigen Punkte eingezeichnet sind, sollte man sämtliche Geraden einfach einzeichnen können… wenn nicht, dann fehlt noch der eine oder andere Punkt und er muss wie oben beschrieben eingezeichnet werden.

  • Kurven skalieren

Kurven frei Hand einzeichnen
wenn man alle geraden Linien bereits skaliert hat, lassen sich einige Kurven mit Augenmaß frei Hand einzeichnen. Wer es noch genauer möchte oder braucht (beispielsweise bei der Armkugel), der muss:

Kurven mit Hilfe eines Rasters zeichnen
Ähnlich wie bei den Hilfslinien wird jetzt ein Raster über das Orginal gelegt, beispielsweise mit Kästchengröße 1cm x 1cm. Hier reicht es, wenn nur die Kurven abgedeckt sind. Dieses Raster wird dann entsprechend dem Faktor verkleinert und in das neue Schnittmuster eingezeichnet.

Auf dem Original-Schnittmuster bietet jeder Schnittpunkt der Kurve mit dem Raster einen Hilfspunkt, der in das Raster des neuen Schnittmusters übertragen wird. Die Kurve muss man jetzt zwar immer noch per Hand zeichnen, aber bei so vielen Hilfspunkten sollte das kein Problem mehr darstellen.

Puh, ein sehr trockenes Thema. Ich hoffe, ich habe es trotzdem verständlich erklären können. Bei Gelegenheit werde ich versuchen, zu den einzelnen Schritten auch noch Bilder einzufügen, aber für’s erste muss es so genügen.

Eure Traumzwirn

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