Patchwork-Stoffe vorbereiten – Waschen, Stärken, Farben Fixieren

Patchwork ist ein schönes Hobby… Patchwork ist ein teures Hobby! Vor allem, wenn sich nach vielen Stunden Arbeit die wundervollen Stoffe verzogen haben und die herrlichen Farben ausgebluten. Es lohnt sich also die Ungeduld zu zügeln und die Stoffe erst einmal vorzubereiten, bevor Du sie zuschneidest. Heute möchte ich dir 5 Schritte vorstellen, mit denen Du böse Überraschungen vermeiden kannst und Dir zusätzlich auch noch die Arbeit bedeutend einfacher machst!

Schritt 1: Kanten versäubern

Bevor Du irgendetwas mit den Stoffen machst, solltest Du unbedingt alle offenen Kanten versäubern. Also entweder mit der Nähmaschine „umzackeln“ oder einmal mit der Overlock drüber. Ja, es ist lästig und kostet Zeit, aber noch lästiger ist es, wenn die Stoffe völlig ausgefranst aus der Waschmaschine kommen und Du erst einige Zentimeter abschneiden musst, um mit dem Stoff überhaupt etwas anfangen zu können. Gerade bei teuren Patchwork-Stoffen lohnt sich also der Aufwand.

Schritt 2: Farben fixieren

Mein persönlicher Albtraum war ein aufwendig genähtes Banner mit komplizierter roter Applikation auf grün und weißem Hintergrund. Ich habe es noch nicht einmal gewaschen, der erste Regenguss hat ausgereicht, um die kräftigen Farben ausbluten zu lassen. Mein Banner ist jetzt außerdem noch Rosa, Mintgrün und eine Farbe, die ich optimistisch mal als Braun bezeichnen will. Und ich bin eine Erfahrung reicher: meine Stoffe werden nicht nur vorgewaschen, sondern die Farben davor auch noch fixiert!

Was nach einem finanziellen Aufwand und viel Arbeit klingt, kostet nur ein paar Cent und Geduld. Der versäuberte Stoff (Schritt 1!) wird einige Stunden, am besten über Nacht, in Essigwasser eingelegt. Meine Mischung besteht aus 2 Teile Wasser und 1 Teil Essig. Du kannst jeden hellen Haushaltsessig verwenden oder – noch billiger – Essigessenz. Die Essenz aber bitte erst nach Angaben verdünnen, bevor Du damit das Essigwasser herstellst!

ACHTUNG: Der Stoff kann auch hier schon ausbluten, also bereits jetzt nach Farben sortieren!



Schritt 3: Waschen und Stärken

Die Faustregel besagt, dass man die Stoffe vor der Verarbeitung so waschen soll, wie man auch hinterher das fertige Projekt waschen will. So vermeidest Du, dass die vernähten Stoffe bei der ersten Wäsche schrumpfen und Dir dein Projekt ruinieren. Außerdem kann der Stoff hier noch einmal nach Herzenslust gefahrlos ausbluten.

Hier stellst Du Deine Waschmaschine auf viel Wasser und maximal 600 rpm ein. Wenn du deine Stoffe Stärken willst (was ich gerade bei Patchwork-Projekten dringend empfehle), kannst du das auch gleich machen.

ACHTUNG: Eine einmalige Wäsche und auch das vorherige Fixieren sind keine Garantie gegen das Ausbluten.

Wenn Du Dir ganz sicher sein willst, kannst Du den Stoff auch noch per Hand solange waschen, bis das Waschwasser komplett klar bleibt. Du kannst auch komplett auf die Waschmaschine verzichten und nur mit der Hand waschen und stärken. Dazu bin ich aber – ehrlich gesagt – bisher immer viel zu faul gewesen.

Schritt 4: Trocknen

Der Stoff kann im Trockner nochmal schrumpfen! Willst Du Dein Projekt also später in den Trockner schmeißen, würde ich das auch vor der Verarbeitung mit den Stoffen machen. Meine teuren Patchwork-Stoffe werde ich auch im verarbeiteten Zustand nicht demTrockner ausliefern, also hänge ich sie lieber auf die Leine.

Es passiert mir übrigens regelmäßig, dass ich rote Wäsche brav getrennt wasche, sie aber dann mit anderer Wäsche in den Trockner werfe und damit allem einen zarten rosa Schimmer verleihe. Den Übeltäter habe ich noch nicht gefunden, aber ich vermute hier sehr stark einen äußerst schlecht gefärbten Stoff, der selbst nach mehrmaliger Wäsche noch ausblutet… Bisher ist kein Schaden entstanden und die zart rosa Wäsche war bis jetzt immer beim nächsten Waschen wieder weiß. Mit einem Quilt will ich das aber dann doch nicht riskieren.

Schritt 5: Bügeln

Wenn Du Deinen Stoffe umzackelt, fixiert, gewaschen und auf die Leine gehängt hast, sind sie mehr oder weniger verknittert. Also ran ans Bügeleisen bis alles schön glatt ist. Wenn Du willst, kannst Du den Stoff hier mit Sprühstärke noch steifer bekommen.

An das Gerücht, dass man durch sehr heißes Bügeln mit viel Dampf sich dich ganze Wascherei sparen kann, weil der Stoff bereits hier maximal eingeht, glaube ich nicht. Außerdem bleibt ja dann immer noch das Problem mit dem Ausbluten…



Fazit:

Ich habe jeden einzelnen Punkt (ja, auch das Bügeln) erst mit ruinierten Ergebnissen und der einen oder anderen Träne lernen müssen. Zum Glück schon bevor ich mit dem Quilten angefangen habe, was den finanziellen Verlust bedeutend geringer hält. Man muss nicht immer jeden Punkt abarbeiten (Fixieren und Handwäsche spare ich mir meistens und bei großzügig zugeschnittenen Stoffen manchmal auch das Umzackeln), einige erleichtern aber die spätere Arbeit ungemein!

Du kennst noch andere Tricks?
Oder gehörst du zu den Quilter(inen), die grundsätzlich nicht vorwaschen? Warum?
Schreib mir in den Kommentaren!

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